:::Wasserchemie
   
 
 
Die Wasserchemie ist das Große Kapitel der Aquaristik. Sie ist die Vorraussetzung für den Lebensraum unserer Lieblinge!!! Hier will ich versuchen etwas Licht ins Dunkel zu bringen. Da ich kein Chemiker bin versuche ich das mit einfachen und mit meinen Worten zu erklären.
 
     
 
:::Hartes oder Weiches Wasser. Das hört man oft, nur was steckt dahinter?
 
 
 
     
 
Mit Härte meint man wieviel Salze im Wasser gelöst sind.
 
 
Der Regen nimmt schon in der Umwelt Schadstoffe auf. Wenn der Regen dann auf den Boden fällt , versickert das Wasser durch den Boden ins Grundwasser. Auf diesem Weg nimmt das Wasser verschiedene Salze auf. Wenn das Wasser viele Salze aufnimmt , so spricht man von "Hartes Wasser". In Gegenden wo im Boden nur sehr wenig Salze enthalten sind kann das Wasser dementsprechend nur wenig Salze aufnehmen. Das Wasser ist dann entsprechend "Weich". Dies ist entscheident bei der Wahl der Fische. Fische die aus dem Amazonas kommen leben in sehr weichem Wasser. Der Boden im Amazonas ist arm an Salzen und daher ist im Wasser wenig an Salzen zu messen. Im Gegenteil zu den Fischen aus den ostafrikanischen Seen
 
 
(Malawi , Tanganjika) kommen. Dieser Boden ist sehr reich an Salzen. Man kann viele Salze im Wasser finden. Es wäre daher sehr ungünstig Fische zusammen in einem Becken zu halten die aus diesen beiden Regionen kommen.
 
 
 
Gemessen wird die Konzentration der Salze im Wasser. Diese gibt man in Härte an. In der Aquaristik unterscheidet man unter GH = Gesamthärte und KH = Karbonathärte.
 
 
 

GH = Gesamthärte

 
 
 
Die Gesamthärte gibt die Konzentration aller gelösten Salze im Wasser an. ( Im Hauptbestandteil sind das Calcium und Magnesium.) Die GH wird in Grad Deutsche Härte angegeben. Z.B. 10 °dh. (°dh = Grad deutsche Härte)
 
     
 
Einteilung der Gesamthärte
 
     
 
0 °dh - 4 °dh
=
sehr weiches Wasser
 
 
5 °dh - 8 °dh
=
weiches Wasser
 
 
9 °dh - 12 °dh
=
mittelhartes Wasser
 
 
13 °dh - 20 °dh
=
hartes Wasser
 
 
Über 21 °dh
=
sehr hartes Wasser
 
     
 

KH = Karbonathärte

   
 
 
Die Karbonathärte gibt die Konzentration der gelösten Bikarbonate (Kalk) im Wasser an. Vielleicht kennen das einige. Wasserhähne , Wasserkocher oder Duschbrausen, wo schön Kalkablagerungen dran sind! Da ist die Karbonathärte hoch. Es ist viel Kalk im Wasser. Die Karbonathärte hat aber eine wichtige Aufgabe. Sie wirkt als Puffer für Säuren und hält damit den PH Wert Stabil. Die Karbonathärte , der CO2 Wert (Säure) und der PH Wert stehen wie ein Dreieck in einer engen Verbindung. Verändert man einen Wert , so verändern sich auch die anderen Werte, aber dazu später mehr!
 
 
 
Empfehlenswert ist eine Karbonathärte von 3 °dh - 10 °dh. Es gibt aber auch Aquarianer die eine Karbonathärte < 3 °dh haben und damit gut zurecht kommen.
 
 
 
::: Was ist der PH-Wert
   
       
       
 

PH = potentia Hydrogenii

   
       
 
Der PH Wert gibt an wieviel "Saure" und "Basische/Alkalische" Stoffe im Wasser gelöst sind. Bei einem Gleichgewicht an sauren und basischen/alkalischen Stoffen im Wasser ist der PH = 7 = neutral. Sollte ein Übergewicht von sauren Stoffen im Wasser gelöst sein, so ist der PH Wert unter 7. Der Saure Bereich beim PH Wert liegt zwischen 1 und 6,9. Bei einem Übergewicht an alkalischen/basischen Stoffen im Wasser liegt der PH Wert über 7. Der Basische/Alkalische Bereich beim PH Wert liegt zwischen 7,1 - 14. Bikarbonate sind basisch und heben den PH Wert an. Das heißt, wenn man eine hohe Karbonathärte hat, so ist der PH Wert auch deutlich über 7!! Senkt man die Karbonathärte, so sinkt meist auch der PH Wert. Wer nun noch CO2 ins Wasser gibt, der senkt den PH Wert unter 7! Man sollte sich über die Pfleglinge , die man pflegen will , gut informieren, welche Wasserbedingungen z.B. PH Wert die in freier Natur in ihrem Lebensraum haben. Fische aus dem Amazonas leben bei einem PH Wert von ca 6 - 7. Oft entdeckt man auch im Amazonas einen PH wert der deutlich unter 6 ist. Im Gegensatz sind die Fische aus den ostafrikanischen Seen (Malawi , Tanganjika), wo man PH Werte von 7 - 8,5 gemessen hat. Das liegt daran das in den ostafrikanischen Seen eine hohe Karbonathärte vorhanden ist und im Amazonas nicht. Zudem sind die Böden vom Amazonas reich an Torf. Torf hat die Eigenschaft Huminsäure ins Wasser abzugeben und wie der Name schon sagt, das ist eine Säure, Resultat ist ein PH Wert der mindestens 6 sogar unter 6 ist!
   
 
 
::: Kohlendioxid für das Aquarium
 
 
 
 

CO2 = Kohlendioxid

 
 
 
CO2 ist ein Gas, welches ein Produkt der Fische ist (Ausatmung). Pflanzen benötigen CO2 kombiniert mit Licht und Nährstoffen zur Photosynthese. Als Nährstoffe dienen auch Schadstoffe im Wasser wie z.B Nitrat, welche dann von den Pflanzen verstoffwechselt werden. Wie bei uns Menschen die Pflanzen und Bäume geben die Wasserpflanzen O2 ins Wasser ab, das die Fische zum Atmen benötigen. Der optimale Gehalt an CO2 im Wasser liegt bei 5 - 15 mg/l. Dieser Wert sollte nicht auf Dauer überschritten werden, da die Fische an einer CO2 Vergiftung sterben könnten! Viele Aquarien weisen aber einen CO2 Wert auf , der unter diesen optimalen Bereich liegt. In diesem Fall würde sich die Anschaffung einer CO2 Anlage lohnen. Bei einer gut eingestellten Karbonathärte kann man mit der Zugabe von 5 - 15 mg/l CO2, einmal den Pflanzen den Optimalen Gehalt von CO2 anbieten und zweitens den PH Wert in einen optimalen bereich senken. (CO2 ist eine Säure)
 
 
 
Somit bilden die Karbonathärte , der PH Wert und das CO2 ein Dreieck.
 
 
 
::: Schadstoffe im Wasser
 
 
 
 

NH3/NH4 = Ammoniak/Ammonium

 
 
 
Ammoniak und Ammonium sind Stickstoffverbindungen. Ein Abbauprodukt von Eiweiß. Diese Produkte kommen in den Ausscheidungen der Fische vor , bei zersetzen von Pflanzen und Futterresten und auch bei toten Fischen, die sich im Wasser zersetzen. Ob jetzt Ammoniak oder Ammonium im Wasser vorhanden ist liegt am PH Wert. Bei einem PH Wert über 7 bildet sich das giftige Ammoniak. Das Ammoniak ist schon in geringen Konzentrationen giftig. Ein Ammoniak Gehalt von 0,1 mg/l kann über längeren Zeitraum für Schäden der Fische sorgen. Bei einem Gehalt von 0,5 - 1 mg/l Ammoniak kann es schnell zu den ersten Todesfällen kommen!!!!!
 
 
 
Bei einem PH Wert unter 7 bildet sich das Ammonium. Das Ammonium ist ungiftig für die Fische. Durch Bakterien der Gattung Nitrosomonas werden das Ammonium oder Ammoniak in Nitrit umgewandelt.
 
 
 
In einem ganz neu eingerichteten Aquarium sind kaum bis gar keine Bakterien vorhanden. Es ist daher Ratsam das Aquarium 4 - 6 Wochen ohne Fische laufen zu lassen. In diesen 4 - 6 Wochen gibt man täglich ein wenig Futter ins Wasser. Diese Futter zersetzt sich und es bildet sich das Ammoniak/Ammonium. Während dieses Prozesses bilden sich auch die Nitrosomonas Bakterien. Zuerst steigen die giftigen Stoffe im Wasser an, da noch nicht genügend Nitrosomonas Bakterien vorhanden sind. Nach einiger Zeit sind genügend Nitrosomonas Bakterien vorhanden und wandeln das Ammoniak/Ammonium in Nitrit um.
 
 

Empfohlener NH3/NH4 Wert = 0 mg/l

 
 
 

NO2 = Nitrit

 
 
 
Nitrit ist wie oben genannt ein Stoffwechselprodukt der Nitrosomonas aus Ammonium/Ammoniak. Nitrit ist genauso wie das Ammoniak giftig für die Fische. Da in neu eingerichteten Aquarien kaum Bakterien vorhanden sind , steigt die Konzentration von Nitrit im Wasser schnell an. Man spricht vom sogenannten Nitritpeak! Ein Nitritgehalt von 0,8 mg/l sollte nicht über längeren Zeitraum andauern, da die Schäden an den Fischen entstehen können. Ein Gehalt von 1,6 mg/l endet schnell tödlich. Während der Einlaufphase eines Aquariums bilden sich bei Anhäufung von Nitrit die Nitrobakter Bakterien. Diese Nitrobacter Bakterien wandeln das giftige Nitrit in das ungiftige Nitrat um.
 
 

Empfohlener NO2 Wert = 0 mg/l

 
 
 

NO3 = Nitrat

 
 
 
Nitrat ist wie oben genannt ein Stoffwechselprodukt der Nitrobakter Bakterien aus Nitrit. Nitrat ist in geringen Mengen (0 - 25 mg/l) unbedenklich. Pflanzen nehmen Nitrat als Nährstoffe auf. Bei zu hohem Gehalt an Nitrat (25 - 100 mg/l) kann es zu schnellen und starken Algenwuchs kommen, auch für die Fische kommt es zu einer starken Belastung.